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Eppstein- Barr- Virus

Das Eppstein- Barr- Virus ist auch als Humanes-Herpes-Virus 4 bekannt. Es handelt sich um ein humanpathogenes, Doppelsträngiges DNA Virus und ist zugehörig zu der Familie der Herpes Viren. 1964 wurde das Virus von Michael Anthony Epstein und Yvonne M. Barre beschrieben, nachdem sie es bei einen am Burkitt-Lymphom erkrankten Patienten nachweisen konnten. Das Eppstein- Barr- Virus ist das erste Virus, welches mit einer Krebserkrankung in Verbindung gebracht werden konnte, und ist somit das erste klassifizierte Onkovirus.

Wie wird das Eppstein Barr Virus übertragen?

Es gibt zwei bekannte Hauptübertragungswege, die Tröpfcheninfektion und Kontakt/- beziehungsweise Schmierinfektion.

Eine Tröpfcheninfektion bedeutet die Übertragung durch das Niesen, Husten und auch das Sprechen. Das Virus setzt sich in den Atemwegen oder im Rachenraum fest, gelangt so in den Speichel, welcher in kleinen Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen freigesetzt werden. Gelangen diese Speicheltropfen an die Schleimhäute eine Anderen (durch Einatmen, oder eine direkte Übertragung, wie das Küssen), kann sich dieser mit dem Virus infizieren.

Bei einer Kontaktinfektion gerät man entweder direkt oder indirekt in Kontakt mit einer infizierten Person. Zu einem direkten Kontakt zählt einen direkten Hautkontakt oder Schleimhautkontakt. Bei einer indirekten Kontaktinfektion infiziert man sich über einen kontaminierten Gegenstand. Das Virus hat sich auf einen Gegenstand festgesetzt, man selbst berührt diesen Gegenstand und nimmt so das Virus auf.

Weniger häufig, jedoch ebenfalls im Bereich des Möglichen sind Infektionen aufgrund von Bluttransfusionen oder Transplantationen. Darüber hinaus wird vermutet, dass das Virus auch über Geschlechtsverkehr übertragen werden kann, da man auch in den Sekreten der Genitalorgane Eppstein Barr Viren feststellen konnte.

Infektionsverlauf:

Da das Virus per Kontaktinfektion oder Tröpfcheninfektion weitergegeben wird, ist es sehr weit verbreitet. Ca. 98% der über 40- jährigen Menschen tragen das Virus in sich. In den meisten Fällen erfolgt die Infektion bereits im Kindesalter, kann aber auch in jedem anderem Alter stattfinden. Das Virus heilt nicht aus und führt zu einer Resistenz, sondern bleibt lebenslang im Körper bestehen, unabhängig davon, ob man einen symptomatischen oder asymptomatischen Verlauf hat. Das Virus selbst verursacht bei Kindern in den meisten Fällen keine Symptome. Jedoch kann es zu diverse Erkrankungen, die durch das Virus ausgelöst werden, kommen.


Erkrankungen, die mit EBV in Zusammenhang stehen

  • Infektiöse Mononukleose
    Jugendliche und junge Erwachsene erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 – 60 % an einer infektiösen Mononukleose, besser bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber oder auch die Kusskrankheit. Bei einer infektiösen Mononukleose lässt sich eine Trias an Symptomen manifestieren. Fieber, einhergehend mit Nachtschweiß und Schüttelfrost, Lymphknotenschwellungen an Hals und Nacken - auch Achseln und Leisten können von der Schwellung betroffen sein, dies kommt aber eher selten vor- und eine Mandelentzündung. Die Mandelentzündung tritt nicht mit dem üblichen weißen Belag in Erscheinung, sondern die Mandeln werden von einem schmutzig grauen Belag bedeckt, der nur die Mandeln betrifft und nicht auf die Umgebung übergreift.
  • Myalgische Enzephalomyelitis
    Myaligische Enzephalomyelitis oder chronisches Erschöpfungssyndrom, ist eine chronische Erkrankung, bei der es außergewöhnlich schnell zu einem physischen und auch psychischen Erschöpfungszustand kommt. Nicht nur dass es zu einer schnellen Erschöpfung kommt, die anschließende Erholungsphase dauert auch ungewöhnlich lange. Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind immer noch ungeklärt, jedoch wird die Erkrankung mit dem Eppstein Barr Virus in Verbindung gebracht.


Encephalitis lethargica oder Encephalitis epidemica:

Bei der europäischen Schlafkrankheit (Encephalitis lethargica oder Encephalitits Epidemica) handelt es sich um eine Entzündung im Gehirn, die vorübergehende Symptome, die der Parkinsonerkrankung ähneln, auslösen kann, außerdem ist sie für verantwortlich für Lethargie und unkontrollierbaren Schlafanfällen. Auch bei dieser Erkrankung gibt es noch keinen genauen Aufschluss darüber, wie sie entsteht, es wird aber ein Zusammenhang mit dem Eppstein-Barr-Virus vermutet.
Psychiatrische Erkrankungen

Es gibt Studien, die die Vermutung nahe legen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Eppstein-Bar- Viren und psychiatrischen Erkrankungen gibt. 2019 wurde eine Studie veröffentlicht, die Schizophrenie mit dem Virus in Verbindung bringt.

Autoimmunerkrankungen:

Diverse Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, systemischem Lupus Erythematodes und der rheumatoiden Arthritis stehen in Verdacht in direktem Zusammenhang mit dem Eppstein-Barr-Virus zu stehen.

Die Forschung konnte diverse Anzeichen finden, die einen Zusammenhang vermuten lassen.

Vor kurzem wurde eine Studie veröffentlicht, in der hervorgeht, dass EBV erkrankte Personen eine um 32-fache erhöhtes Risiko haben an MS zu erkranken, als Personen, die an einem anderem Virus erkrankt sind.

Viele Forschungsergebnis weisen aber auch darauf hin, dass andere Viren für Autoimmunerkrankungen verantwortlich sind.

Wieso zählt der Eppstein-Barr- Virus zu den Onkoviren?

Bereits seit der ersten Definition des Virus im Jahr 1964 besteht der Verdacht, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Virus und dem Burkittlymphom besteht.

Inzwischen geht man davon aus, dass dieser Zusammenhang auch bei anderen Lymphomen wie dem Morbus Hodgkin Lymphom besteht, sowie bei Posttransplantations-Lymphoproliferative Erkrankungen – das sind Lyphom artige Erkrankungen, die nach einer Organtransplantation auftreten.

Weiters steht das Virus in Zusammenhang mit Krebserkrankungen im Bereich der Nase und des Kehlkopfes.

Eine EB- Infektion kann das Risiko einer solchen Erkrankung erhöhen, jedoch ist es nicht alleiniger Risiko Faktor, meistens tritt noch ein zweiter Indikator auf.

Wie kommt es zu einer Krebsentwicklung durch das Eppstein- Barr-Virus?

Ist das Virus einmal im Körper, bleibt es dort lebenslang bestehen. Es kann immer wieder aufflammen, meistens geschieht dies asymptomatisch, also ohne, dass man etwas davon bemerkt.

Kommt es zu einer Immunsuppression, kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung des Eppstein Barr Virus, was zu einer Krebserkrankung führen kann.

Eine Immunsuppression kann durch eine HIV-Infektion oder eine Organtransplantation und der daraus resultierenden Medikamentengabe zur Unterdrückung des Immunsystems entstehen.

Schutzmaßnahmen:

Nach dem aktuellen Forschungsstand kann man sich gegen eine Eppstein Barr Virus Infektion nicht schützen. Zurzeit wird intensiv an einer Impfung geforscht, bis dahin jedoch gibt es keine wirkungsvollen Maßnahmen, die eine Infektion vollständig verhindern können.


Bei Erwachsenen besteht leider bereits die 98% Chance, dass sie das Virus in sich tragen. Daher ist es nicht wichtig, sich vor der Infektion zu schützen, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sowieso schon vorliegt, sondern vor den daraus folgenden Erkrankungen. Besonders bei Patienten mit Immunschwächenden Erkrankungen, oder Personen, die Immunsuppressiva einnehmen müssen ist es wichtig, regelmäßige Vorsorge Untersuchungen durchzuführen, um eine mögliche Erkrankung des Lymphsystems frühzeitig zu erkennen.

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