Was sind Röteln?

Röteln ist eine Infektion mit Rubellaviren. Diese werden hauptsächlich über die Tröpfcheninfektion von Menschen zu Mensch weitergegeben. Typisch für die Krankheit ist primär der Hautausschlag. Eine Infektion mit Röteln gilt zu den Kinderkrankheiten, doch auch Erwachsenen können sich mit dem Virus infizieren. Viele verwechseln die Röteln mit den Ringelröteln. Beides sind jedoch verschieden Krankheiten und werden von jeweils einem anderen Virus verursacht.

Wie lange beträgt die Inkubationszeit bei Röteln?

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der ersten Symptome liegt, beträgt bei einer Infektion mit Röteln etwa 14 bis 21 Tage. Infizierte Personen sind etwa eine Woche vor und eine Woche nach dem Auftreten des Hautausschlages infektiös.

Durch welche Symptome machen sich Röteln bemerkbar?

Die zunächst auftretenden Symptomen bei einer Infektion mit Röteln, erinnern sehr die eines gewöhnlichen grippalen Infektes. Beispielsweise gehören darunter:

  • Husten,
  • Schnupfen,
  • Kopfschmerzen.


In manchen Fällen kommt es zur Bindehautentzündung mit juckenden und geröteten Augen. Bei einer Vielzahl der Infektionen bleibt es sogar bei nur diesen Symptomen. Diese werden dann allerdings nicht als Rötelninfektion bezeichnet.

Bei etwa 50 % der Patienten kommen zu den Erkältungssymptomen noch weitere hinzu:

  • Schmerzhafte und geschwollene Lymphknoten, besonders im Halsbereich,
  • Fieber mit einer Temperatur von bis zu 38,5 Grad.


Absolut charakteristisch für Röteln ist der Hautausschlag mit hellroten, kleinen und leicht erhabenen Flecken. Diese juckt höchstens nur leicht. Die Flecken sind abgegrenzt und gehen nicht ineinander über, so wie es bei Masern ist. In vielen Fällen ist der Ausschlag auch nur schwach zu sehen und bildet sich zuerst hinter den Ohren. Doch innerhalb von wenigen Stunden entwickelt er sich weiter über das Gesicht, den Hals, die Arme und die Beine. Schließlich bedenkt er den ganzen Körper. Nach spätestens drei Tagen verschwindet der Hautausschlag wieder.

Die Beschwerden von Röteln können von Mensch zu Mensch variieren und lassen sich daher nicht verallgemeinern. Zudem sind die meisten der auftretenden Symptome ungenau und lassen sich mit vielen anderen Erkrankungen in Verbindung bringen.

Wie ist der Krankheitsverlauf von Röteln bei Kindern?

Im Regelfall verläuft eine Infektion mit Röteln bei Kindern ganz harmlos ab. Nur jedes zweite Kind zeigt überhaupt Symptome. Entwickeln sich Symptome wie das Anschwellen der Lymphknoten, Erkältungsbeschwerden oder der hellrote Ausschlag, vergehen diese meist nach einer Woche wieder. Auch bei älteren Kindern oder gar Erwachsenen verläuft eine Infektion mit Röteln milde. Mit dem Lebensalter nehmen allerdings auch die schweren Krankheitsverläufe zu. Mögliche Komplikationen, die in Verbindung mit Röteln auftreten können, sind folgende:

  • Gelenkentzündungen,
  • Bronchitis,
  • Gehirnentzündungen,
  • Mittelohrentzündungen,
  • Herzmuskelentzündung,
  • Herzbeutelentzündung.

Wie werden Röteln diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf Röteln, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand der Krankheitsgeschichte, der Anamnese, relevante Informationen des Patienten erfahren. Beispielsweise kann Folgendes erfragt werden:

  • Seit wann besteht der Ausschlag bereits?
  • Ist der Ausschlag juckend?
  • Besteht Fieber oder erhöhte Körpertemperatur?
  • Liegt eine Form der Abgeschlagenheit vor?


Nach der Anamnese erfolgt dann die körperliche Untersuchung des Patienten. Dabei wird nicht nur der Ausschlag angeschaut, sondern auch die Lymphknoten am Nacken und am Hals abgetastet.

Eine Infektion mit Röteln kann anhand dieser Untersuchungsmaßnahmen nicht zweifelsfrei diagnostiziert werden. Daher wird im Blut der Patienten nach bestimmten Antikörpern gegen das Virus gesucht. Am besten kann dies ab dem fünften Tag, nachdem die Symptome wie Ausschlag oder Fieber begonnen habe, durchgeführt werden.

Wie werden Röteln behandelt?

Derzeit gibt es noch keine spezielle Therapie, mit der man die Rubellaviren bekämpfen kann. Darum ist im Falle einer Infektion mit Röteln nur eine symptomatische Behandlung möglich. Bei Fieber und Schmerzen können unter anderem Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. Gegebenenfalls können Wadenwickel helfen, die Körpertemperatur zu senken. Alle Hausmittel haben auch ihre Grenzen. Wer über einen längeren Zeitraum unter Beschwerden leidet und diese trotz der genannten Maßnahmen nicht besser oder sogar noch schlimmer werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Essenziell ist auch die ausreichende Menge an Flüssigkeit, die dem Körper zugeführt werden sollte. Am besten durch Wasser oder Tees. Auch viel Ruhe und körperliche Schonung helfen dem Körper beim Erholen.

Wie stehen die Prognosen bei Röteln?

Im Regelfall heilt eine Infektion mit Röteln ohne Komplikationen innerhalb vier bis fünf Tage von selbst ab. In manchen Fällen können Röteln für eine vorübergehende Schwellung mit Steifheit und Schmerzen in Fingern und Füßen sorgen. In schwerwiegenden Fällen kommt es zu Herzmuskelentzündungen oder auch zu Entzündungen des Gehirns. Infiziert sich eine Schwangere vor der 12. Schwangerschaftswoche mit den Viren, besteht ein über 90-prozentiges Risiko, dass das ungeborene Kind Schäden davon tragen wird. Nach der 12. Schwangerschaftswoche reduziert sich dieses Risiko um mehr als die Hälfte.

Wie kann man Röteln vorbeugen?

Der beste Schutz ist und bleibt die Impfung gegen den Erreger. Die Rötel-Impfung dient nicht nur dem Geimpften selbst als Schutz vor einer Infektion, sondern verhindert zudem auch die Ausbreitung der Viren auf die gesamte Bevölkerung. Nur so lassen sich lokale Epidemien vermeiden.

Besteht für Röteln eine Meldepflicht?

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist der Verdacht, die Erkrankung selbst oder gar der Tod durch Röteln, egal ob durch einen direkten oder indirekten Nachweis, namentlich zu melden.