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Bartonella koehlerae

Was sind Bartonella koehlerae-Erreger?

Bartonella koehlerae sind Bakterien der Gattung der Bartonella. Sie werden als menschliches Pathogen beschrieben, das eine kulturnegative Endokarditis auslösen kann. Der Bartonella koehlerae-Erreger konnte sowohl aus Hauskatzen isoliert als auch aus einer streunenden Katzenpopulation in Israel isoliert werden.

Wie konnte der Bartonella koehlerae-Erreger diagnostiziert werden?

Bartonella koehlerae konnte im Klappengewebe eines Endokarditis-Patienten entdeckt werden. Die Isolation erfolgte mittels DNA-Sequenzierung und PCR-Diagnose. Hierbei konnten zwei Bartonella-Gene identifiziert werden: das Gen für Citratsynthase ( gltA) sowie das Gen der Riboflavin-Synthase ( ribC ).

Die Isolierung der Bartonella koehlerae-Erreger gelang auch bei der Katze durch die Isolierung des Erregers aus dem Blut des Tieres. Hierzu wurde das Katzenblut aus der streunenden Katze in Israel gewonnen, welche zur Kastration anästhesiert wurde. Das Blut wurde in einem 2-ml-Röhrchen mit EDTA geimpft und anschließend bei -80 °C eingefroren bis zumZeitpunkt der Ausplattierung. Zudem wurden einhundert-Mikroliter-Aliquots des aufgetauten Bluts bis zu acht Wochen auf Schokoladen-Blutagarplatten kultiviert.

In einer weiteren Studien aus dem Jahr 1999 wurden Bartonella-Proben, welche von Hauskatzen in der San Francisco Bay Area gesammelt wurden, zwei Proben, die sich von den bisher bekannten Bartonella henselae-Erregern unterschieden. Die Wissenschaftler identifizierten die Proben als eine neue Bartonella-Art und nannten sie Bartonella koehlerae.Sie stellten dabei fest, dass sie dem B. henselae-Erreger genetisch am nächsten ist.

Wodurch zeichnet sich der Bartonella koehlerae-Erreger histologisch aus?

Beim Bartonella koehlerae-Erreger fehlen Sequenzen im Prophagen sowie den genomischen Inseln. Darüber hinaus zeigte Bartonella koehlerae ein intermediäres Retentionsmuster sowohl von kodierenden als auch von nicht-kodierenden Sequenzen an. Phylogenetische Analysen kommen zu dem Schluss, dass Bartonella koehlerae eine frühe divergierende Schwestergruppe des Bartonella henselae-Erregers ist.

Wie konnte der Bartonella koehlerae-Erreger beim Menschen festgestellt werden?

Der Bartonella koehlerae-Erreger wurde zum ersten Mal bei einem 60-jährigen Mann aus israel diagnostiziert werden. Er hatte öfters streunende Katzen gefüttert und klagte über langanhaltendes Fieber sowie Müdigkeit. Im Krankheitsverlauf bildete der Mann eine Endokraditis, d.h. eine Infektion der Herzinnenhaut, aus. Im Rahmen einer Analyse von Proben der Herzklappen des Mannes konnten zunächst Bartonella henselae, Erreger der sogenannten Katzenkratzkrankheit, aber auch Bartonella quintana, Erreger des sogenannten Grabenfiebers, festgestellt werden. Bei einer weiteren Analyse der Bakterienprobe stellte sich heraus, dass es sich gar nicht um Bartonella henselae handelte, sondern um den genetisch ähnlichen Erreger Bartonella koehlerae. Um zukünftig eine Verwechslung der beiden Bartonella-Arten zu vermeiden, sollte eine DNA-Sequenzierung an PCR-positiven Proben durchgeführt werden.

Bartonellose als zunehmend anerkannte Zoonose

Die Bartonellose, oder auch Katzenkrankheit genannt, ist die häufigst vorkommende zoonotische Infektion, die durch Bartonella-Erreger, wie B. henselae, aber auch B. koehlerae ausgelöst wird. Dabei stellen unter den vielen Säugetieren, vor allem mit Bartonella infizierte Katzen, ein großes Reservoir für menschliche Infektionen dar.Katzen, die mit Bartonella infiziert sind, sind in der Regel asymptomatisch. Dennoch wird eine Behandlung für die Katze empfohlen, sofern sie mit immunsupprimierten Personen zusammenlebt. Sollten sich gesunde Menschen mit einer Bartonellose angesteckt haben, muss es nicht zwangsläufig zu klinischen Symptomen kommen. Viele Menschen verfügen über Antikörper, sodass die Krankheit auch ohne Behandlung spontan wieder abklingt.

Um das Krankheitsbild der Bartonellose zukünftig einzudämmen, ist es unerlässlich, über das zoonotische Risiko von Bartonella-Erregern aufzuklären. Dies gilt vor allem für Haustierbesitzer.

Wie wird der Bartonella koehlerae-Erreger übertragen?

Der Bartonella koehlerae-Erreger konnte mittlerweile nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Katzen und seltener auch bei Hunden aus Israel sowie den USA nachgewiesen werden. Bei den Hunden konnte der Erreger mittels molekularer Studien aus den DNA-Proben von Blut und Mitralklappengewebe isoliert werden. Die Rolle des Hundes bei der Übertragung der Krankheit auf den Menschen konnte noch nicht eindeutig geklärt werden.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Flöhe als Überträger für das Bakterium gelten, um beim Menschen eine kulturnegative Endokarditis auslösen können. Die Übertragung durch Katzenflöhe erfolgt dabei hauptsächlich durch den infizierten Flohkot. Im Laufe der Zeit konnten jedoch auch neue potenzielle Vektoren identifiziert werden. Hierzu gehören Zecken und Stechfliegen.

Wie kann man sich vor einer Bartonella koehlerae-Infektion schützen?

Die bislang einzig erfolgreiche Präventionsmaßnahme besteht in einer strikten Floh-Kontrolle. Momentan gibt es keinen Impfstoff, der eine Bartonella-Infektion verhindern könnte, folgende Sicherheitsvorkehrungen sollten jedoch von Haustierbesitzern befolgt werden:

  • Immunsupprimierte Menschen sollten sich bevorzugt eine Katze anschaffen, die älter als ein Jahr ist, sich bester Gesundheit erfreut und flohfrei ist. Sie sollte nicht aus einem Tierheim oder einem Mehrkatzenhaushalt stammen, um auszuschließen, dass sie Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Gesundheitszustand hat.
  • Bei der Katze sollte stets eine strenge Floh- und Zeckenbekämpfung durchgeführt werden.
  • Raues Spielen mit der Katze sollte vermieden werden, um nicht gekratzt zu werden.
  • Sollte es doch zu einem Kratzer oder Biss kommen, sollte die Wunde sofort mit Wasser und Seife gereinigt werden.
  • Die Katze sollte im Haus gehalten werden, um den Kontakt mit Flöhen oder anderen Vektoren zu unterbinden.

Welche Symptome kann eine Bartonella koehlerae-Infektion verursachen?

Bei den mit Bartonella koehlerae infizierten Hunden konnten folgende klinisch-pathologische Symptome festgestellt werden:

  • eine Mitral-Endokarditis (hierbei ist vor allem die Mitralklappe betroffen),
  • eine Hautinfektion,
  • ein Hämangiosarkom, d.h. ein intrakardialer Tumor des Hundes, welcher sich bevorzugt im rechten Vorhof oder im rechten Herzohr befindet.

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